Asta
Im Mai dieses Jahres
hat Dobermann-Dame Asta sehr erfolgreich die Begleithunde-Prüfung abgelegt. Vor
einem Jahr noch ein Ereignis, so weit weg wie der Nordpol. Wir haben Asta vor
ca. 1,5 Jahren aus dem Tierheim adoptiert. Die mahnenden Worte meines Mannes
"...gehe nicht ins Tierheim, sonst haben wir bald einen Hund!!!.."
klingen mir noch in den Ohren. Dabei galt es nur einen kleinen Welpen für meine
Eltern abzuholen. Und dort haben wir sie getroffen.
Eine schwarze bellende Pelznase, die in ihrem Zwinger einen Feitztanz aufführte. Alles und jeder, außer den Tierpflegern, wurde erst einmal verbellt. Aber bei jedem Besuch wurde Astas Laune besser. Nach dem 3.Besuch waren wir todesmutig und nahmen sie zum 1. Spaziergang an die Leine. Nein - Asta nahm uns an die Kandarre und man flog nur so hinterher. Aha, deshalb war Asta nicht die erste Wahl der Gassigänger!! Nun gut, so dachten wir uns, gehen wir mit ihr und kümmern uns bis sie bald erfolgreich vermittelt wird. Gesagt , getan. Viele Wochen gingen ins Land, Asta war auch in diversen Zeitungen und wurde auch oft besucht und begutachtet. Aber mit einem ausgewachsenen und noch nicht erzogenen Dobermann wollte sich niemand abgeben, schien es.
Astas Verhalten basierte auf ihrer Unsicherheit und Ängstlichkeit als Resultat ihrer bisherigen Haltung. Sie hatte einfach noch nichts kennen gelernt. So haben wir uns, nach fast 3 Monaten und hin- und herüberlegen, die Sache schön geredet und Asta ist bei uns eingezogen. Wider allen Erwartungen war Asta im Haus ein Traumhund. Aber wehe, wenn sie losgelassen. Die Spaziergänge überstiegen die schlimmsten Ahnungen. An das Ziehen und Reißen hatten wir uns bereits gewöhnt. Aber wehe ein Spaziergänger oder ein anderer Hund kreuzte unsere Wege, dann "gnade ihm Gott". Mit furchtbar gesträubtem Fell und lautem Knurren und Bellen ging es auf die armen Kreaturen zu.
Der Hund war außer Rand und Band. Ratlos und total erschöpft nahmen wir Hilfe in Anspruch und bekamen auch die unterschiedlichsten Tipps wie: nur Geduld, am besten kraulen bis zur Hormonausschüttung oder entzieht dem Hund die Leckerlis. Also die Weichspültherapie verlief mit unserem Monster ins Leere. Unmut machte sich breit, Besuch wurde ausgeladen und Spaziergänge fanden möglichst in menschlichen Einöden statt und die wenigen Spaziergänger die wir trafen und die mit Astas Theater ihre Erfahrungen gemacht hatten, nahmen einfach Reißaus.
Von unseren Nachbarn kam der rettende Tipp. Sie hatten mit ihren Hunden einen Kurs in der Hundeschule Florence recht erfolgreich und zufrieden absolviert. Die Hundeschule liegt ja nun auch direkt vor der Haustür. Aber das nahe liegende wird oftmals übersehen. Also haben wir Familie Aschke kontaktiert und waren sehr gespannt auf deren Meinung.
Mit Astas günstiger Prognose wagten wir uns in den ersten Erfolg versprechenden Grundkurs um, wie wir dachten, unseren Hund die "richtigen Manieren" beizubringen. Aber weit gefehlt, denn zunächst bekamen wir unsere Hundehalter-Lektion. Asta tanzte nämlich uns auf der Nase herum. Sie hat agiert, wir haben reagiert. Insbesondere mir wurde das erst jetzt bewusst. Also nahmen wir das Zepter, in unserem Falle die Leine, in die Hand - ein erster Ruck am Halsband und Astas Augen sprachen Bände.
" - Was soll das denn??? Seid ihr verrückt!!! Ich armes Hundilein!! Gebt mir die Nummer vom Tierheim!! Bin ich nicht der große Zampano??? "
So oder ähnlich könnte es sich in Astas Gehirnwindungen zugetragen haben :-) - wer weiß?! Ein Anfang war gemacht. Nach etlichen Einzel- u. Gruppenstunden war das Eis gebrochen. Asta legte ihre Allüren langsam ab. Auch die Hausbesuche von Frau Aschke fruchteten. Wir konnten wieder Besuch einladen, der unser Haus auch heile wieder verlassen konnte. Unsere Asta mauserte sich in den Gruppenstunden zu einem verträglichen Hund und ordnete sich mehr und mehr unter. Sie wurde führbar und ging an der Leine immer besser. Spaziergänger wurden mittlerweile einfach ignoriert.
Auch das Thema Begleithundeprüfung rückte in greifbare Nähe. Im Mai dieses Jahres war es dann soweit. Ich war an diesem Samstag etwas aufgeregt. Aber ich meinte in Astas Augen zu lesen: "He Baby, ich mach das schon! Bleib ganz locker!" Und so war es auch. Meine Dobermann-Dame lief wie ein "geölter Blitz". Sie klebte mir am Bein und hat mich angehimmelt. Logisch, die Fleischwurst in der Tasche war nicht zu überriechen (kleiner übler Trick am Rande). Bestanden!! - Und wie heißt es im Märchen?
"Ende gut - alles gut"!